Bistum Passau beauftragt die Pauliner zur Seelsorge in Gartlberg.

Freuen sich, dass die Wallfahrt auf dem Gartlberg weitergehen wird: (von links) Generalvikar Prälat Dr. Klaus Metzl, Bruder Peter Cieslak, Provinzial Pater Peter Dus, Bischof Dr. Stefan Oster, Pater Mirko Legawiec und Domkapitular Josef Ederer. − Foto: PBP

Passauer Neue Presse, 20.12.2014

Zwei Pauliner-Patres beziehen im Sommer 2015 die Klosteranlage – Bischof Oster: “Ein Weihnachtsgeschenk für uns”
Pfarrkirchen. Rund sieben Monate nachdem die Salvatorianer die Wallfahrtskirche am Gartlberg verlassen haben, steht fest, dass die Wallfahrt dort wieder weitergehen wird. “Diese positive Nachricht ist für uns wie ein Weihnachtsgeschenk”, freut sich Bischof Dr. Stefan Oster.
Wie das Bistum gestern mitgeteilt hat, werden schon im Sommer 2015 dort zwei Pauliner-Patres einziehen. Gespräche gab es bereits seit Monaten. Nun ist alles fix und man konnte noch vor Weihnachten diese gute Nachricht bekanntgegeben. Demnach werden der Pauliner-Pater Mirko Legawiec und Pater Norbert Bien das Klosterleben am Gartlberg und die Wallfahrt wieder aufnehmen.
Pater Mirko: Der dritte Berg für uns
Bischof Stefan zeigte sich sehr erfreut über die Zustimmung durch den Generaloberen der Pauliner, Dr. Arnold Chrapkowski, der persönlich mit seinen Mitbrüdern die gute Nachricht überbrachte. Seit dem Auszug der Salvatorianer im Juni und dem Einzug von Flüchtlingen Anfang Oktober sind laut Bistum viele telefonische und schriftliche Bitten im Ordinariat eingegangen, dass die Wallfahrt auf dem Gartlberg fortgeführt werden möge. Das sei auch der große Wunsch von Bischof Stefan Oster gewesen, der gleich zu Beginn seines Episkopats den Gartlberg besucht habe.
Obwohl es in Zeiten des Priestermangels und der Schließung von Ordensniederlassungen schwierig sei, Priester zu finden, die eine Wallfahrtsstätte betreuen, habe man nun einen Weg gefunden, das Ordensleben am Gartlberg fortzuführen und dem starken Wunsch der Bevölkerung nach Seelsorge nachzukommen, heißt es in der Pressemitteilung weiter.
Pater Mirko, Priesterseelsorger in Passau und Spiritual im Priesterseminar St. Stephan, freut sich schon auf den Umzug nach Pfarrkirchen. Für die Pauliner ist der Gartlberg bereits der dritte “Berg”, auf dem sie sich niederlassen. “Begonnen hat alles mit dem Salvatorberg in Mainburg, jetzt sind wir auf dem Mariahilfberg in Passau und im nächsten Jahr wird es der Gartlberg sein”, so Pater Mirko. Es füge sich alles, denn am Gartlberg sei eine Marienwallfahrtskirche, und die Pauliner stünden tief in der Tradition der marianischen Orden. “Dort können wir in Gemeinschaft leben und das klösterliche Leben fortführen.”
Dass der Gartlberg auch ein Ort der Herberge für Menschen auf der Flucht und das Kloster sozusagen zweigeteilt ist, sieht Pater Mirko als besondere Herausforderung. Er konnte als Seelsorger bereits viele Erfahrungen mit Menschen sammeln, die im Asyl leben und kennt deren Nöte und Sorgen. “Ich selber bin, wenn sie so wollen, ein Ausländer. Ich sehe mich in der Pflicht, diesen Menschen zur Seite zu stehen. Die dort lebenden Menschen sollen wissen, dass sie gute Nachbarn haben.”
Für Pater Mirko ist der Gartlberg “mustergültig”, was die Betreuung der Flüchtlinge angehe. Das gemeinsame Leben dort sieht er als große Chance sowohl für die Einheimischen, die Flüchtlinge, aber auch für den Orden der Pauliner.
Darüber hinaus blickt Pater Mirko optimistisch in die Zukunft: Vielleicht könnten es in nicht allzu weiter Ferne vier Ordensmitglieder sein, die sich der Nöte und Sorgen der Menschen annehmen. “Es steht außer Frage, dass auf dem Gartlberg Platz ist für Menschen, die als Wallfahrer bei der Mutter Gottes Hilfe suchen und für jene Menschen, die vor Krieg, Zerstörung und Terror fliehen müssen”, bekräftigt Pater Mirko.
Große Freudein Pfarrkirchen
Groß ist die Freude in Pfarrkirchen über diese Nachricht. “Das ist ein kleines Christkindl”, sagt Stadtpfarrer Hans Eder. Es sei gut, dass wieder ein Orden die Wallfahrt und Seelsorge dort trage. Und es freue viele Gläubige, dass dann wieder mehr Gottesdienste wie zu Zeiten der Salvatorianer stattfinden könnten.
Auch Bürgermeister Wolfgang Beißmann zeigte sich überglücklich: “Wunderbar, dass wir wieder eine nachhaltige geistliche Begleitung durch Patres auf dem Gartlberg bekommen.” Er dankte dem Bischof für die Bemühungen.
Mit fast überschwenglicher Freude reagierte Dr. Bastian Ach auf die Neuigkeit: “Das ist ja ein großes Weihnachtsgeschenk. Die Pauliner – ein Glücksfall. Ich kenne den Orden aus Passau. Unglaublich offene Patres, die auf die Menschen zugehen”, so der Vorsitzende des Wallfahrts- und Fördervereins Gartlberg gegenüber der PNP. Er freue sich riesig, dass die Wallfahrt wieder geistlich begleitet werde und “wir weiterhin ein Kloster haben.”
Christian Wanninger
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