Pauliner Patres feiern Ordenspatrozinium in der Gartlbergkirche

Provinzvikar Pater Jakob Zarzycki beim Ordenspatrozinium. −Foto: Kolb

Provinzvikar Pater Jakob Zarzycki beim Ordenspatrozinium. −Foto: Kolb

Pfarrkirchen. Das Ordenspatrozinium des heiligen Paulus von Theben haben die Pauliner in der sehr gut gefüllten Wallfahrtskirche am Gartlberg gefeiert, um ihren Patron und ihr Vorbild zu ehren.

Provinzvikar Pater Jakob Zarzycki hieß die Gläubigen willkommen und führte sie in die Hintergründe dieser Patroziniumsmesse ein: Der Name “Orden des Heiligen Paulus des Ersten Einsiedlers” (Ordo Sancti Pauli Primi Eremitae) geht auf den hl. Paulus von Theben zurück, der von 228 bis 341 in Oberägypten lebte und 491 von Papst Gelasius I. in Rom heiliggesprochen wurde. Sein Leben ist bekannt aus der Vita Pauli primi eremitae, die der hl. Hieronymus um 376 verfasste. Demnach wurde Paulus im Jahr 228 als Sohn wohlhabender christlicher Eltern in Ägypten geboren; während der Christenverfolgungen unter Decius flüchtete er nach dem Tod der Eltern und wegen Erbstreitigkeiten mit seinem Schwager in die ägyptische Wüste – dort lebte er als erster christlicher Einsiedler und Asket jahrzehntelang alleine. Die beiden Lesungen aus dem Buch Jesaja und dem Paulus-Brief an die Korinther trug Hans-Christian Panze vor.

Zum Ordenspatrozinium las Pater Jakob statt des Evangeliums vom 2. Sonntag im Jahreskreis den Lobpreis-Jesu-Abschnitt Matthäus 11, 28 – 30 (“Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken.…”).

Organistin Stefanie Kolb gestaltete den Gottesdienst mit Liedern, die zu einem Heiligengedenktag passen. Als Kantorin gab sie mit ihren fein gesungenen Kyrie-, Halleluja- und Lamm-Gottes-Rufen bzw. -Versen dieser hl. Messe eine zusätzliche feierliche Note.

In seiner Predigt spannte Pater Jakob den Bogen von Glaubenszweifeln der Menschen, ihren Sehnsüchten nach optimalem Glück und mehr Zeit in der heutigen gehetzten Eile des Lebens, in der das Gebet keinen Raum mehr hat, über die stärkenden Erfahrungen des Propheten Jesaja (“Mein Gott war meine Stärke”) und die offen stehenden “Orte der Stille” (Kirchen, Klöster) bis zum Sinn stiftenden Ordenspatrozinium der Pauliner.

Von Einsamkeit sei das Leben des hl. Paulus als Einsiedler geprägt gewesen, “doch er hat die Verbindung zu Gott gefunden und war in Wirklichkeit nie allein, hat sich in der harten Realität der Wüste Zeit zum Leben genommen – die Zeit, zu sich selbst und zu Gott zu kommen”, erklärte Pater Jakob. Paulus habe in seinem Inneren die Einladung Jesu gehört, mit seinen Sorgen und Lasten zu ihm zu kommen, um Ruhe zu finden. Auch uns lade Jesus dazu ein, die Gemeinschaft mit Gott selbst zu erleben wie im Gebet oder sonntags im Gottesdienst – “denn das tut der Seele gut”. Deshalb rief er alle Gläubigen auf: “Wecken wir die Sehnsucht nach dem lebendigen Gott neu, indem wir den liebevollen Dialog im Gebet mit ihm pflegen, um ihm im Leben zu begegnen und so seine Gegenwart zu erfahren.”

Die Gebete stimmte Pater Jakob auf den hl. Paulus und seine Lebensintension bzw. Fürsprache ab – ebenso besonders die Fürbitten (vorgetragen von Hans-Christian Panze).

Eine schöne Tradition des Pauliner Ordens schloss schließlich auch die Patroziniumsfeier in der Gartlberg-Wallfahrtskirche ab: An den Ausgängen verteilten die Ministrantinnen Datteln an die Gottesdienstbesucher. (lb)