Pater Jakob Zarzycki – hier vor dem Marienbild in der Hauskapelle – ist seit Ende September 2016 Wallfahrts- und Kirchenrektor am Pfarrkirchner Gartlberg. − Foto: Eisenhut (PNP 10.12.2016)

Pauliner-Pater Jakob Zarzycki feierte Priesterjubiläum
Einen besonderen Tag durfte kurz vor Fronleichnam Pater Jakob Zarzycki feiern, der seit 2016 das Gartlberger Paulinerkloster leitet. Für seinen engagierten Einsatz um die Wallfahrt und für die Seelsorge auf dem Gartlberg dankten ihm – bedingt durch die Pandemie-Beschränkungen nur in kleinem Rahmen – im Anschluss an die Freitagabend-Messe spontan eine Gruppe von Gläubigen aus dem ganzen Dekanat und überreichte ein kleines Präsent. Die Jubiläumsfeier selbst erfolgte wenige Tage zuvor im polnischen Tschenstochau, wo Pater Jakob vor 20 Jahren seine Weihe erhalten hatte.
Über mehrere Stationen hat ihn sein Weg nach Pfarrkirchen auf den Gartlberg geführt, wo er seit 2016 Wallfahrtsrektor des hier ansässigen Konvents des Paulinerordens ist. „Unser Pater Jakob“, so wird der beliebte und rührige Priester in der typischen weißen Kutte der Pauliner gern bezeichnet. „Diese 20 Jahre sind sehr schnell vergangen“, meinte Pater Jakob. Am 10. Juni 2000 erhielt er in Jasna Góra, dem größten Marienwallfahrtsort Polens, zusammen mit acht weiteren Weihekandidaten die Priesterweihe. Die Vorstellung, Geistlicher zu werden, gewann auf mehreren Fußwallfahrten Konturen, die der junge Martin Zarzycki, wie er bürgerlich hieß, von Warschau aus auf den 280 km entfernten „Weißen Berg“ (Jasna Góra) zur Tschenstochauer Schwarzen Madonna unternommen hat. „Die Suche nach der eigenen Bestimmung hat mir schlaflose Nächte bereitet“, erinnert sich Pater Jakob. Immer mehr habe sich ihm der Wunsch aufgedrängt, Geistlicher und – wie er sich heute versteht – Seelenbegleiter zu werden. Und schließlich habe sich seine geistliche Berufung durchgesetzt, er trat in den Paulinerorden ein. Die Pauliner sind eine Priestergemeinschaft, die vor allem an Wallfahrtsorten im Einsatz sind und in besonderer Weise die Marienverehrung pflegen. Der Seminarist studierte Philosophie, Theologie und Psychologie in Krakau.
Seine Anfangsjahre als Kaplan verbrachte er in St. Märgen im Schwarzwald. „Hier“, so Pater Jakob, „habe ich als junger Seelsorger mit den sprachlichen Hürden zu kämpfen gehabt, vor allem im Schulunterricht, den ich schon geben musste. Mir kam es so vor, als würde ich gerade das Krabbeln erlernen.“ In der Regel ist es für die Pauliner üblich, dass sie nicht lange an einem Ort verweilen, sondern nach vier bis höchstens sechs Jahren in eine andere Niederlassung wechseln. Für Pater Jakob war die nächste Station das Paulinerkloster St. Salvator in Mainburg in der Hallertau, von wo aus er fünf Jahre lang den Pfarrverband Rainertshausen-Pfaffendorf-Koppenwall als Pfarrer betreute. Vor seiner Entsendung auf den Gartlberg übte er sieben Jahre lang mit großem Engagement die Pfarrseelsorge in der Pfarrei St. Severin – St. Gertraud der Passauer Innstadt aus, zu der das Paulinerkloster Mariahilf ob Passau gehört.
Am 30. August 2016 zog er ins Gartlbergkloster ein und mit ihm die Patres Dariusz Parzych und Jacek Fraczek sowie Bruder Stanislaus Smigiel, wo sie den Pauliner-Mitbruder Pater Mirko Legawiec ablösten. „Mich hat schon immer der fürsorgliche Segen der Muttergottes begleitet und oft waren es auch Marien-Kirchen, wo ich im Einsatz war“, fasst Pater Jakob seine 20 Dienstjahre zusammen. In der Gartlberger Wallfahrtskirche „Zur Schmerzhaften Muttergottes und zur Auferstehung Christi“ erinnern sich viele noch lebhaft daran, wie Pater Jakob hier seine erste Eucharistiefeier zelebrierte und zum Erstaunen aller in „tadellosem und fast akzentfreiem Deutsch“ seine Predigt hielt.
Gerade kurz nach Pfingsten dränge sich ein Vergleich auf, meinte jemand am Schluss der Freitagabend-Messe: In der Apostelgeschichte heißt es zu Pfingsten, dass die Jünger Jesu plötzlich in den Sprachen aller Völker reden konnten, als wären es ihre Muttersprachen. Ob es nicht auch bei ihm so gewesen sei. Pater Jakob jedoch winkte sofort lachend ab, für ihn sei die Erlernung der deutschen Sprache ein hartes Stück Arbeit gewesen. In Pfarrkirchen freut man sich über die unkomplizierte und offene Art, mit der er auf die Menschen zugeht und jedem „in seiner Sprache“ Rede und Antwort steht, und man wünscht sich, dass er hier noch lange wirken möge. (Matthias Edbauer)